Netzwerk Umwelt und Klima Rhein-Main

Sie sind hier:  2019-04-05_FR-Leserbrief

Leserbrief von Karl-Heinz Peil an die FR zum Artikel vom 5.4.2019

Trotz des ausführlichen Artikelbeitrags erscheint das wichtigste Detail nur in einem Nebensatz: "Und nun wolle der Bund bis 2030 den Verkehr sogar noch verdoppeln; auch sei angesichts sinkender Trassenpreise mehr Güterverkehr zu erwarten".
Wohlgemerkt: Die Rede ist von einer Verdoppelung des gesamten Verkehrsaufkommens und weniger von dessen notwendiger Verlagerung auf die Schiene. Stellt man dieses der sich verstärkenden Debatte über die notwendige Verkehrswende gegenüber, so muss man daraus folgern: Der Fernbahntunnel ist notwendig, weil die Verkehrswende nicht stattfindet. Dabei haben wir in den letzten Jahrzehnten in Deutschland bei prinzipiell gleicher Bevölkerungszahl und gleicher Wirtschaftskraft bereits eine drastische Zunahme des Gesamtverkehrs, der insbesondere auch Hessen als Transitland betrifft.
Eine Verkehrswende muss aber in der Landes- und Bundespolitik als Umsetzung des Prinzips der kurzen Wege vom Wohnort zum Arbeitsplatz erfolgen, damit die Pendlerströme auf dem dichten Autobahnnetz im Rhein-Main-Gebiet und dem Frankfurter Hauptbahnhof signifikant reduziert werden können. Noch mehr haben wir mit der Inflation im Güterverkehr zu kämpfen, was auch der ungebrochene Neubau von Logistikzentren in ganz Hessen aufzeigt.
Anstatt Geld in die Hand zu nehmen für Machbarkeitsstudien darüber, mit welcher Variante hier und dort einige Minuten Fahrtzeit mit der Bahn eingespart werden können, sollte man dieses zunächst mal investieren für alternative Entwicklungspfade zur Verkehrsvermeidung und darauf basierenden Optionen zur Verlagerung des Restverkehrs auf die Schiene.


Pinnwand

Ausgewählte Online-Beiträge und Materialien
regional
Letzter Eintrag: 5.4.2019: Fernbahntunnel in Frankfurt
überregional/global
Letzter Eintrag: 16.5.2019 - Gesamtkosten des Autofahrens

Analysen und Studien: Alarmierende Feinstaub-Studie (13.3.2019)