Stromtrasse Rhein-Main-Link
Pressemitteilung des BUND Hessen vom 5.3.2026:
Überdimensioniert – unbezahlbar – unverträglich für Natur und Umwelt
BUND Hessen fordert Baustopp von Rhein-Main-Link und Neustart der Netzplanung Mit dem geplanten Streckenverlauf des „Rhein-Main-Link“ werden Naturschutzgebiete und Lebensräume des geschützten Feuersalamaders zerstört. Zudem zeigen sich gravierende Fehler in der Stromplanung, zulasten von Mensch, Wirtschaft und Natur.
Schon im Herbst 2024 hatte der Landesverband Hessen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) mit seiner „Hofheimer Erklärung“ darauf hingewiesen, dass die geplante Stromleitung „Rhein-Main-Link“ völlig überdimensioniert ist. Dies wird nun bestätigt durch die Ankündigung der Amprion GmbH, dass nur in die Hälfte der 12 Rohre Stromkabel eingeführt werden sollen, weil die Offshore-Windparks nicht in Sicht seien. Zudem werde die geplante Leitung zu weniger als der Hälfte ausgelastet sein, weil die Windparks in der Nordsee weniger Strom lieferten aufgrund gegenseitiger „Verschattung“. „Voller Umweltschaden für gerade mal 20 Prozent der möglichen Stromlieferung ist ein Offenbarungseid einer verfehlten Planung“, stellt Dr. Werner Neumann, der Experte des BUND für Stromnetze, fest.
Die Kosten der gesamten Stromnetzplanung sollen zudem auf alle Stromkunden umgelegt werden, was zu einer Verdopplung der Netzentgelte für die Industrie und zu einer Strompreiserhöhung für Haushalte mit bis zu 20 Cent pro Kilowattstunde führen kann. Der BUND Hessen fordert daher einen Neustart der Netzplanung, der vor allem auf dezentrale und regionale Konzepte von Wind- und Sonnenstrom sowie Bürgerenergie setzt. „Damit könnten mindestens 100 Mrd. Euro von mehr als 300 Mrd. Euro Netzausbaukosten eingespart werden, wie auch wissenschaftliche Studien des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung zeigen“, betont Dr. Werner Neumann, der im Beirat des Projektes Ariadne mitwirkt.
Demgegenüber zeigt sich die Amprion GmbH völlig unbeweglich. Der Trassenverlauf stehe nun unveränderbar fest. Dies gilt besonders für die geplante Trassenführung nordöstlich von Wiesbaden-Breckenheim. Im Umfeld des dortigen Naturschutzgebiets „Prügelwiesen“ soll die Trasse als bis zu 100 Meter breiter Graben oder mit Bohrungen durch das sensible Gebiet eines Kalkflachmoors mit vielen Quelltöpfen in Streuobstwiesen geführt werden. Dort lebt zudem eine große Zahl besonders seltener und geschützter Feuersalamander. Die Amprion GmbH war daher in einem Gespräch mit dem BUND Hessen und Fachbehörden aufgefordert worden, alternative Trassen zu prüfen und zeigt sich nun völlig unflexibel. […]
kompletter Pressetext: https://www.bund-hessen.de/pm/news/ueberdimensioniert-unbezahlbar-unvertraeglich-fuer-natur-und-umwelt/
Pressebericht der FR vom 6.3.26:

Flyer des BUND Hessen (März 2024)
2024-03_BUND-Stromleitungen