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Bahn und Schienennetz allgemein

Riedbahn-Sanierung: Außen hui – innen pfui (Update)

07.01.202523.12.2025

Update:

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  • „Die Sanierung der Riedbahn war überflüssig“
  • Kommentar vom 17.12.2024

„Die Sanierung der Riedbahn war überflüssig“

Auszug aus Interview mit dem Bahn-Experten Artur Lebedew
Wirtschaftswoche vom 7.1.2025
Auszüge:
[…] WW: Die Züge fahren nicht pünktlicher?
Das würde mich stark wundern. Die Bahn selbst ist davon ausgegangen, dass sich durch die neue Riedbahn die Pünktlichkeit bundesweit um etwa 0,5 Prozent verbessert. Es ist aber leider andersherum. Die Strecke ist derzeit langsamer in Betrieb, statt mit geplanten 200 Kilometern pro Stunde, fahren die Züge mit 160, weil man trotz aller Beteuerungen nicht ganz fertig geworden ist. Also fehlen sogar 2 Minuten.
[…] WW: Warum wurde dann saniert?
Das weiß ich auch nicht. Der Bundesrechnungshof vermutet, dass die Bahn durch die Generalsanierung mehr Geld ins strauchelnde Unternehmen bekommt. Aus verschiedenen Projekten weiß ich, dass die Eigenleistungen des DB-Konzerns bei Planungen inzwischen bis zu einem Viertel der Planungskosten betragen können. Insgesamt muss man mit Gewinnen aus Planungen von 5 bis 10 Prozent der Bausummen ausgehen. Allein die Kosten für die Riedbahn belaufen sich auf 1,3 Milliarden Euro. Das könnte ein Grund sein.
WW: Sie finden also, dass sich die Steuerzahler das Geld für die 41 Generalsanierungen sparen könnten? Nahezu die gesamte Bahnbranche, auch DB-unabhängige Verbände, hält diese für richtig.
Wahrlich nicht. Aber man muss immer schauen, was man für das Geld bekommt. Die Generalsanierung hat durch den plötzlichen Baubedarf schon jetzt die Preise für Planungen, Materialien und Ausführungen enorm in die Höhe getrieben, teilweise rufen die Bauunternehmen und Dienstleister die doppelten Preise auf, weil die Bahn auf die Aufträge angewiesen ist. Zudem muss man fragen, ob nicht mehr Geld und vor allem eigenes Personal für den laufenden Unterhalt bereitstehen. Die Bahn hat die örtliche Präsenz und ihr Personal zusammengestrichen. Jetzt baut man es für viel Geld auf. […]


Kommentar vom 17.12.2024

Die Bürgerbahn – Denkfabrik für eine starke Schiene hat die Riedbahnsanierung kritisch kommentiert.  Einleitend heißt es darin:

Die längst noch nicht abgeschlossene Riedbahnsanierung ist nicht nur eine Schauveranstaltung, wie man sie im früheren „Ostblock“ kannte, sondern ein Paradebeispiel für das Versagen von kritischer Öffentlichkeit. Willfährige recherchearme Medien blasen ins gleiche Horn und loben die Bahn und ihre unfähigen Manager.

Diese Grundsatzkritik ist heftig, aber leider voll und ganz berechtigt, wenn man sich exemplarisch mal die Frankfurter Rundschau dazu anschaut. Kritische Untertöne finden sich in der Presse allenfalls zu dem Fahrplan für eine Gesamtsanierung des Schienennetzes der Bahn. Nicht hinterfragt bzw. nur am Rande erwähnt wird, was jetzt eigentlich tatsächlich auf der Riedbahn-Strecke verbessert wurde und was nicht (KP).

FR-Onlinebeitrag vom 17.12.24: Die Bahn eröffnet erneuerte Strecke der Riedbahn pünktlich
Auszug:

Die Riedbahn ist nach fünf Monaten Stillstand wieder eröffnet. Das Pilotprojekt für Deutschland wurde erfolgreich abgeschlossen.

So euphorisch dürfte sich Bundesverkehrsminister Volker Wissing (parteilos) wohl schon länger nicht mehr in der Öffentlichkeit präsentiert haben. Nach fünf Monaten Vollsperrung eröffnete er am Samstag in Gernsheim zusammen mit Bahnchef Richard Lutz die generalsanierte Riedbahn.

FR-Onlinebeitrag vom 16.12.24: Sanierung beendet: Züge befahren wieder wichtige Rhein-Main-Strecke
Auszug:

Die meisten Fahrgäste auf der Riedbahnstrecke loben die Deutsche Bahn für die Modernisierungen und sind mit der Pünktlichkeit zufrieden.

Viele wollen einfach nur „gucken“. Die Riedbahnstrecke ist wieder freigegeben, der Bahnhof ist modernisiert, die Züge sollen wieder (pünktlich) fahren. Also führt der Sonntagsspaziergang zum Bahnhof, um dort zu spähen, was sich verändert hat und ob und wie das alles klappt. Die meisten Menschen sind positiv überrascht: Die bisher oft so unzuverlässige Deutsche Bahn hat Wort gehalten, hat es tatsächlich hinbekommen, zum angepeilten Termin alles fertigzubekommen.

Nachfolgend nun der Text der o.g. Pressemitteilung im Wortlaut:

Die längst noch nicht abgeschlossenen Riedbahnsanierung ist nicht nur eine Schauveranstaltung, wie man sie im früheren „Ostblock“ kannte, sondern ein Paradebeispiel für das Versagen von kritischer Öffentlichkeit. Willfährige recherchearme Medien blasen ins gleiche Horn und loben die Bahn und ihre unfähigen Manager.

1,3 Milliarden wurden für zwei Verbesserungen ausgegeben, die einer „Generalsanierung“ nicht bedurft hätten:

  • Der Gleisbogen durch Biblis kann nun mit 110 km/h befahren werden anstatt mit 90 km/h, wie die letzten 100 Jahre!
  • Der Kurbelschranken-Bahnübergang bei Bobstadt, dessen Beseitigung seit 35 Jahren versprochen wurde, ist tatsächlich entfallen.
    https://youtu.be/UUarJh4LTnI?si=-RL_otlNpphLqEYa

1,3 Milliarden wurden aber auch ausgegeben, um auf der Riedbahn die seit Jahrzehnten problemlos funktionierende Linienzugbeeinflussung (LZB) auszubauen. Dadurch kann jetzt nur noch höchstens 160 km/h gefahren werden. Bislang waren es 200 km/h, und das schon seit Jahrzehnten.

ETCS wurde zwar teils eingebaut, ist aber noch nicht funktionsfähig. Das soll erst am 1. Juli 2025 geschehen, also ein Jahr nach dem Beginn der Generalsanierung. Das hat niemand vorher verkündet. Dafür erzählt die Bahn: Dann könne man teils 200 km/h fahren, als wäre das vorher noch nicht möglich gewesen. Nur an den angeblich neuen Überleitstellen geht das nicht, da fehlen die langen, schlanken, also schnellen Weichen. Dass die noch eingebaut werden, wurde nirgendwo verkündet. Im Übrigen gibt es diese Überleitstellen – die Möglichkeit des Wechsels auf ein anderes Streckengleis – ebenfalls schon seit Jahrzehnten. Das kann aber auch in Zukunft nur mit 100 km/h geschehen, was zu langsam ist.

Doch das Sahnehäubchen kommt erst: Mit ETCS sind nur die ICEs ausgerüstet. Kein Güterzug, keine S-Bahn, keine Regionalbahn und kein Regionalexpress. Reisezüge fahren höchstens 160 km/h, Güterzüge höchstens 100 km/h.

Nicht nur fehlt es an der Fahrzeugausrüstung, auch die Lokführer sind nicht ausgebildet! Die Riedbahn kann deshalb 30 Züge nicht aufnehmen, die in die vorgesehenen Blöcke hineingeplant worden waren. ETCS funktioniert – wenn es funktioniert – nur mit Strecken- und Fahrzeugausrüstung sowie Lokführerausbildung! Das steht in den Sternen, denn Geld dafür ist nicht da.

Verkehrsminister Volker Wissing (derzeit parteilos) hatte mittels der „Generalsanierung“ der Riedbahn eine Leistungssteigerung, ja Höchstleistung versprochen. Dieses Versprechen ist nicht umgesetzt worden, nicht von der Bahn und nicht vom Bund, und das für 1,3 Milliarden Euro. Die Medien wurden rechtzeitig über die Probleme informiert, auch über den Generalunsinn solcher Sanierungen, die keinem vernunftbegabten Bahnland Europas bislang in den Sinn kamen: Es erfolgte praktisch keine Reaktion.

Übrigens: Die generalsanierte Strecke Berlin-Hamburg ist seit Sonntag auch wieder offen, nachdem sie innerhalb weniger Jahre zum vierten Mal generalsaniert wurde. Uns stehen noch 41 solcher Generalunfugs-Sanierungen bevor.

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