Frankfurter Wärmeplanung in der Kritik
Nachfolgend werden die kritischen Kommentierungen wiedergegeben, die vom BUND und dem Bündnis Wärmewende Frankfurt dazu verfasst wurden. Der Entwurf der Kommunalen Wärmeplanung selbst ist von der Homepage des Frankfurter Klimareferates als PDF abrufbar.
Siehe dazu auch:
„Fahrplan in die Klimakatastrophe“: Kritik am Frankfurter Wärmekonzept für die Zukunft
Umweltverbände äußern harsche Kritik am Entwurf zum Kommunalen Wärmeplan
von Thomas Stillbauer – FR – Stadtausgabe vom 16.5.2026
Stellungnahme des BUND
Pressemitteilung des BUND Hessen vom 13.5.2026
Der hessische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) kritisiert den Entwurf des Wärmeplans der Stadt Frankfurt am Main scharf. So erfüllt der Wärmeplan die Anforderungen zahlreicher Gesetze und Beschlüsse der Stadtverordneten nicht.
Dr. Werner Neumann, Vorstandsmitglied des BUND Hessen und Vertreter des Kreisverbandes Frankfurt: „Während andere Städte den Wärmeverbrauch um 45 Prozent senken wollen, wie es das Energieeffizienzgesetz fordert, bleibt Frankfurt mit nur minus 15 Prozent auf der Strecke.“
Der Wärmeplan der Stadt lässt das große Potenzial der Solarwärme weitgehend außer Acht, obwohl unter anderem ein führendes Unternehmen mit Sitz in Frankfurt Kombikollektoren für Strom und Wärme aus Sonnenenergie anbietet. Stattdessen setzt die Stadt auf ökologisch, technisch und wirtschaftlich bedenkliche Wärmequellen wie Biomethan, Tiefengeothermie und Wasserstoff.
„Aus unserer Sicht ist auch die Investition von rund 300 Millionen Euro in das neue Erdgas-Heizkraftwerk West völlig überflüssig. Das gleiche Ergebnis hätte durch die Nutzung der Abwärme aus Rechenzentren, Müllverbrennungsanlagen und Abwasser in Kombination mit einer starken Wärmeeinsparung erreicht werden können. Das wäre kostengünstiger gewesen und zugleich wäre der Beitrag zum Klimaschutz deutlich höher ausgefallen“, sagt Dr. Werner Neumann, der lange Zeit als Leiter des Energiereferats Frankfurt tätig war.
Der BUND Hessen kritisiert zudem, dass der genaue Ausbau der Fernwärme unklar bleibt und fordert die Veröffentlichung des Transformationsplans Fernwärme des Energieversorgers Mainova. Obwohl dieser einen Großteil des städtischen Plans erstellt hat, verweigert der Energieversorger die Herausgabe, sodass der BUND Hessen juristische Schritte prüft.
Besonders enttäuschend ist für den BUND Hessen, dass die Öffentlichkeit kaum an der Erstellung des Wärmeplans beteiligt wurde. Da die Träger öffentlicher Belange, also auch Verbände, nicht von der Offenlegung des Plans informiert wurden, musste die Stadt auf Druck des BUND Hessen die Fristen um zehn Tage bis zum 17. Mai 2026 verlängern.
Dr. Werner Neumann betont: „Wir können bessere Konzepte für die künftige Wärmeversorgung Frankfurts vorlegen und fordern eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit. Der Wärmeplan muss dringend überarbeitet werden.“
Stellungnahme des Bündnis Wärmewende Frankfurt
siehe auch: https://www.waermewende-ffm.de/
