Dossier: Rechenzentren im Rhein-Main-Gebiet
Satellitenbild Google Earth (2024): Rechenzentren an der Hanauer Landstraße in Frankfurt |
Positionen
BUND Hessen und lokale Agenda 21 Offenbach: Positionspapier (Mai 2021)
BUND Hessen und lokale Agenda 21 Offenbach: aus FNP-Stellungnahme (Dez. 2025)
Naturfreunde Hessen (Dez. 2025)
NaturFreunde Hessen: Rechenzentren sind keine Jobmaschinen und belasten das Ökosystem
mit Pressemitteilung vom 10.12.2025
Planungen im Rhein-Main-Gebiet
Eigene Tabelle / Daten aus: FAZ vom 13.5.2026: „Warum Milliarden-Projekte an Bürgern scheitern“ (Bezahlschranke)
| 2024 | 2030 geplant | |
| Frankfurt am Main | 55 | 68 |
| Main-Kinzig-Kreis | 1 | 3 |
| LK Offenbach | 1 | 6 |
| Stadt Offenbach | 5 | 7 |
| Main-Taunus-Kreis | 4 | 11 |
| LK Groß-Gerau | 5 | 9 |
Lokaler Widerstand
Übersicht
Unbeliebter als Atomkraft: Warum niemand neben einem Rechenzentrum leben will
von Matthias Lindner – Telepolis vom 15.5.2026
Auszug:
„Auch in Rhein-Main ist Strom der zentrale Engpass. In der Region gilt die Kapazität auf Jahre als ausverkauft. Zusätzliche Leistung nach 2030 hängt davon ab, ob der überregionale Netzausbau im Zeitplan bleibt – woran nicht mehr alle glauben.
Bundesweit soll die Datacenter-Leistung in diesem Jahr erstmals die 3000-Megawatt-Marke überschreiten, ein Drittel davon im Großraum Frankfurt.
Neben dem Stromhunger treibt die Kommunen ein weiteres Problem um: Rechenzentren schaffen kaum direkte Arbeitsplätze. Für den Betrieb der rund 80 großen Standorte im Rhein-Main-Gebiet reichen etwa 3.000 Angestellte.“
Maintal
Bericht in Hessenschau.de (11.5.2026)
Milliardenschwer sollte das Rechenzentrum werden, das ein US-Konzern in Maintal plante. Weil es mit einem eigenen Gaskraftwerk betrieben werden sollte, schlugen Anwohner Alarm. Nun stockt das Projekt.
Groß-Gerau
Rechenzentrum in Groß-Gerau wegen Terrorgefahr und Hitzebelastung abgelehnt
von Claudia Kabel – FR (5.2.2026)
Auszug:
„Als Vorteile des Projekts wurde unter anderem gewertet, dass sich Groß-Gerau als Technologie- und Digitalstandort hätte positionieren können, und dass man verlässliche Grundsteuereinnahmen hätte generieren können. Auch die geringe Verkehrsbelastung im Betrieb wurde positiv gewertet, ebenso wie die Möglichkeiten den Wasserhaushalt der Stadt zu verbessern und ein klimatisches Gesamtkonzept zu erstellen.
Demgegenüber wurde als Nachteil erachtet, dass die bis zu 30 Meter hohen Gebäudeblöcke den Luftstrom behindern und die lokale Hitzebelastung steigern, während die Abwärme nur genutzt werden könne, wenn die Stadt investiere. Zudem würden nicht so viele direkte Arbeitsplätze entstehen und die Gewerbesteuereinnahmen seien nicht verlässlich. Als besonderes Risiko galt, dass ein solch großes Rechenzentrum einen potenziellen Angriffspunkt für Terrorismus, Cyberangriffe und hybride Bedrohungen biete und eine Belastung für die lokale Katastrophenvorsorge darstelle.“
Anhang
Hauptursachen für Wasserverbrauch
aus einer Zusammenstellung nach KI-Abfrage bei DeepSeek:
a) Kühlung (80–90% des Verbrauchs)
- Verdunstungskühlung:
Wasser verdunstet in Kühltürmen oder adiabaten Systemen, um Wärme abzuführen (z. B. in klassischen „Wasser-gekühlten“ Rechenzentren).
Beispiel: Ein großes Rechenzentrum (10 MW) kann bis zu 25 Mio. Liter/Jahr verbrauchen – vergleichbar mit 10 olympischen Schwimmbecken. - Kaltwassersysteme:
Rückkühlwerke benötigen Frischwasser, um Überhitzung zu vermeiden (Verschleiß durch Mineralablagerungen).
b) Luftbefeuchtung (10–20%)
- Trockene Luft kann Hardware beschädigen. Traditionelle Systeme nutzen Dampf- oder Verdunstungsbefeuchter.
c) Indirekter Verbrauch
- Wassernutzung in der Stromerzeugung (z. B. Kühlung von Kohle-/Atomkraftwerken für den Rechenzentrumsstrom).
